Es wird oft gefragt und inzwischen von Vielen beinahe verzweifelt geklagt, daß die Menschen bei zunehmend problematischer werdenden Lagen nicht immer stärker und machtvoller auf die Straße drängen, demonstrieren, ihren Willen bekunden, einfach Druck machen auf die Politik.
Ich werde im Folgenden einen größeren Abschnitt in Ausschnitten aus Naomi Kleins Buch “Schockstrategie” zitieren. In diesem legt sie den Zusammenhang zwischen Neoliberalismus und Gewalt dar und zu welchem Zweck diese angewandt wird.
Naomi Klein beschäftigt sich in den Anfangskapiteln ihres Buches “Schockstrategie” intensiv mit dem “ersten neoliberalen Experiment”, den Militärdiktaturen insbesondere in Chile, Argentinien, Brasilien und Urugay in den siebziger Jahren. Dies ist wichtig als Hintergrundwissen. Denn darauf bezieht sie sich in diesem Falle. Hier geht es darum auch um Folter als bevorzugt angewandte Methode von Gewalt. Folter ist aber nicht die einzige Form von Gewalt; der Neoliberalismus hat aus seinen bisherigen “Durchläufen” in verschiedenen Regionen der Welt hierin deutlich dazu gelernt. Die Formen von Gewalt variieren, nicht aber die grundsätzliche Anwendung gewaltsamer Methoden.
Diese haben ihre Hauptfunktion darin, die Bevölkerung einzuschüchtern. Leider benennt Naomi Klein dies (zumindest in diesem Abschnitt) nicht so deutlich, wie es nötig wäre. Es geht bei ihr lediglich aus dem Gesamtzusammenhang hervor (und dies obwohl es eines der wichtigsten Themen des Buches ist). Darum sage ich es hier klar und deutlich: Gewalt als Begleiter der neoliberalen Experimente sind kein Zufall und keine Ausnahmen, sie sind Bestandteil der neoliberalen Experimente und in erster Linie dazu gedacht, die Bevölkerung einzuschüchtern, sie dazu zu bewegen, die gewaltsamen Veränderungen des Neoliberalismus hinzunehmen und eben nicht wirksam dagegen zu protestieren.
Ich habe mir die Arbeit des Abtippens vor allem deswegen gemacht, weil ich mir wünsche, daß dieser Zusammenhang von uns allen verstanden wird. Wo Angst herrscht, wovor auch immer, da wird sich eher geduckt und still gehalten und nur wenige werden den Mut zum Protestieren finden. Das war auch zur Zeit der Militärdiktaturen in Lateinamerika nicht anders. Und darum ist dies auch ein gutes Anschauungs-Beispiel für uns. Weiterlesen »
Wer sind die Kommunisten wirklich?*


